Konzept

Zielgruppe(n)

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Das Projekt "ZUGÄNGE ERWEITERN - Bildungsnetzwerk Antisemitismus" möchte zwei Zielgruppen ansprechen. Primär sind dies Lehrkräfte an Schulen, die motiviert werden sollen, sich als Multiplikator*innen für ihre Einrichtung mit den im Vorgängerprojekt erarbeiteten Unterrichtskonzepten zum Thema Antisemitismus vertraut zu machen und sich entsprechend schulen und fortbilden zu lassen, um die verschiedenen Lehrmodule entweder im Zuge von themenorientierten Antisemitismus-Projekttagen selbständig, bedarfsgenau, einsetzen zu können. Zudem sind natürlich Schüler*innen an Grundschulen (4. Klassenstufe) wie auch weiterführenden Schulen Zielgruppe des Projektes, zum einem im Zuge der fortgeführten Unterrichtsarbeit der Projektleitung, die unabdingbar ist, um den notwendigen Praxisbezug der Projektarbeit zu erhalten, zum anderen auch durch die Arbeit gewonnener Multiplikator*innen an ihren Schulstandorten.

Maßnahmen und Methoden zur Entwicklung des Bildungsnetzwerkes

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"Multiplikator*innen" in Schulen sollen auf unterschiedlichen Wegen gewonnen werden. Zum einen über die Projektleitung, die aus dem Vorgängerprojekt und insbesondere über ihre Tätigkeit in der Landeskoordination für die Kooperation mit der Holocaust-Gedenkstätte "Yad Vashem", dort zuständig für Lehrerfortbildungen in Israel, über zahlreiche persönliche Kontakte zu interessierten Lehrkräften und Schulen in Schleswig-Holstein verfügt. Diese Kontakte werden eine Grundlage bilden, um das Multiplikator*innennetzwerk in der geplanten Weise in Schleswig-Holstein wachsen zu lassen. Zum zweiten soll eine hauptamtliche Projektassistenz gewonnen werden, die das Projekt und dessen Unterrichtsinhalte in regionalen Schritten bei Grundschulen und weiterführenden Schulen bekannt macht und dort um neue Multiplikator*innen und für das Konzept der „Partnerschulen des Bildungsnetzwerkes Antisemitismus“ wirbt. Regionaler Ansatz bedeutet, dass jedes Jahr eine Schwerpunktregion im Land definiert wird, in der die Projektvorstellung und Multiplikator*innenakquise vordringlich durchgeführt werden soll. Helfen bei dieser Art der Ansprache soll eine offizielle "Partnerschulplakette" des Projektes mit dem Hinweis auf das "Bildungsnetzwerk Antisemitismus", die der Einrichtung überreicht wird, wenn dort mindestens ein*e Mutiplikator*in gefunden und ausgebildet wurde.

Methodisches Vorgehen und fachliche Standards

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Die fachlichen Standards des Projektes umfassen zwei Ebenen. Zum einen die Unterrichtsinhalte der bestehenden Lehrmodule, die seit vielen Jahren, bereits evaluiert im außerunterrichtlich schulischen Projektunterricht eingesetzt werden oder im Rahmen des Vorgängerprojektes neu entwickelt wurden. Sie sollen dem Multiplikatorennetzwerk als gemeinsame Arbeitsgrundlage dienen. Dies umfasst die Lehrmodule „Judentum“ und „Begegnung mit Judentum“, „Shoa“ samt Grundschulmodul „Frühe Prävention - Erstbegegnung mit der Shoah“ und die Modulsequenz „Antisemitismus heute“ mit den diversen Erscheinungsformen wie Verschwörungstheorien, Antisemitismus in sozialen Medien, aktuelle Vorfälle oder als Israelkritik im Kontext des Nahost-Konfliktes. Die Module thematisieren Antisemitismus in Mehrheits- und Einwanderungsgesellschaft, vor allem im Sinne einer sensibilisierenden Prävention, Antisemitismus als solchen auch zu erkennen. Dabei werden weitere Perspektiven einbezogen, wie antimuslimischen Rassismus, um Erfahrungszusammenhänge für Schülergespräche herzustellen. Die zweite Ebene der fachlichen Standards betrifft die Aus- und Fortbildung seitens der Projektleitung und des beteiligten Expertennetzwerkes. Diese Schulungen erfolgen praxisorientiert in Workshops, aufbauend auf den Erfahrungsschatz der Projektleitung wie auch der externen Experten. In diese Schulungen fließen neue Unterrichtserfahrungen der Projektleitung, wie auch ein steter Wissenstransfer aus dem Expertennetzwerk ein.

Durchführungsort/e

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Das Projekt soll an weiterführenden Schulen im gesamten Bundesland angeboten und durchgeführt werden. Zur Projektumsetzung soll dafür jedes Jahr eine Schwerpunktregion im Land für den Aufbau eines Multiplikatorennetzwerkes festgelegt werden. Entsprechend werden die Durchführungsorte im Förderzeitraum variieren. Als Hauptdurchführungsort wird dabei die Internationale Begegnungsstätte in Mölln dienen, die als zentraler Schulungs- und Fortbildungsraum des Projektes fungieren soll. Sie ist in der Trägerschaft des Vereins Miteinander leben e.V..

Qualitätssicherung

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Der Qualitätssicherung kommt im beantragten Projekt eine besondere Bedeutung zu und wird in mehrerlei Hinsicht Rechnung getragen. So im Gefolge der Erstvermittlung der Lehrmodule durch die Projektleitung an die zukünftigen Multiplikatoren, deren Praxiseinsatz über wiederkehrende kollegiale Beratungen sowie reflexiven Erfahrungsaustausch weiter begleitet werden soll. Weiterhin im Zuge der wiederkehrenden und regelmäßigen Fortbildungen durch Vertreter des projektnahen, überregionalen Expertennetzwerkes. Und schließlich über die stetige und immer praxisnahe Fortentwicklung der Lehrmodule im Rahmen des fortgeführten Unterrichtseinsatzes der Projektleitung an ihren bestehenden Partnerschulen. Eine begleitende Projektevaluation soll seitens des Projetträgers sichergestellt werden, vor allem mit dem Blick auf das Projektziel, ob es wirklich gelingt, solch ein Multiplikatorennetzwerk konzertiert aufzubauen.

Wissens- und Ergebnistransfer / Disseminationsstrategien und Weiterführungsperspektiven

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Das beantragte Projekt ist maßgeblich auf Wissens- und Ergebnistransfer ausgerichtet. Die im Vorgängerprojekt erarbeiteten Lehrmodule zum Themenfeld Gegenwartsphänomene des Antisemitismus und ebenso die bereits vielfach eingesetzten und bewährten Lehrmodule zu "Einführung ins Judentum", "Erstbegegnung mit der Shoa" oder "Frühe Prävention ab Klassenstufe 4" sollen proaktiv landesweit an Multiplikatoren in Schulen und Jugendeinrichtungen vermittelt werden. Mit dem so fortschreitenden Aufbau eines dezentral wirkenden Multiplikatorennetzwerkes, welches regelmäßige Fortentwicklungsimpulse über Fortbildungen durch die Projektleitung im Gefüge des bestehenden und weiterhin begleitenden Expertennetzwerkes erhalten soll, ist auch die projekteigene Disseminationsstrategie, die erwünschten Weiterführungsperspektiven wie auch die angestrebte Nachhaltigkeit der Wissensvermittlung beschrieben.

Innovation / Modellhaftigkeit

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Die Innovation und Modellhaftigkeit des vorgestellten Projektes "ZUGÄNGE ERWEITERN - Bildungsnetzwerk Antisemitismus" liegt zum einem im Ansatz einer landesweiten, strukturierten Vermittlung von umfassenden Lehrangeboten zum Thema "Antisemitismus" mit Blick sowohl auf die Shoa als auch auf die Situation und Herausforderungen heute mit dem Ziel eines Empowerments in den teilnehmenden Einrichtungen, sowohl was selbständige Unterrichtsgestaltungen und Projektdurchführungen in diesen Themenfeldern als auch den fortwährenden Erwerb von Kompetenzen durch regelmäßige, gemeinsame Fortbildung betrifft, ausgeführt von Experten eines überregionalen Netzwerkes. Ein solch praxisnaher Wissenstransfer in Schulen und Jugendeinrichtungen Schleswig-Holsteins zum Thema Antisemitismus, der zudem auch Hinweise für Beratungseinrichtungen der Krisenintervention im Falle von Rechtsextremismus. offenem Antisemitismus und Salafismus umfassen wird, gab es bislang nicht und wird auch im Bildungsministerium als sehr vielversprechend gewertet. Auch die damit erhoffte und angestrebte Ausweitung des Lehrangebotes für Kinder und Jugendliche in ganz Schleswig-Holstein über die initiierte Multiplikatorentätigkeit erschließt Neuland und kann im Erfolgsfalle modelhaft auch für andere Formen von Unterrichtsangeboten, beispielsweise aus dem Bereich der Demokratiepädagogik werden. Modellhaft ist auch die Art der Kooperation eines freien Bildungsträgers mit dem Bildungsministerium zur Verbreitung von Spezialwissen.

Kooperation und Vernetzung

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Der Projektträger plant bei der Umsetzung des Projektes auf ein bewährtes Netzwerk von Kooperationspartner zurückzugreifen, dass insbesondere seit 2016 aus dem Vorgängerprojekt erwachsen ist, aber auch bereits weiter zurückreicht. So gehört zu den langjährigen regionalen Kooperationspartnern der Projektarbeit gegen Antisemitismus vor allem der Verein Yad Ruth e.V. aus Hamburg, der Zeitzeugen in den Konzeptentwicklungsprozess und Unterrichtsbetrieb einbinden kann und ein maßgeblicher Netzwerkakteur zum Thema "Antisemitismus" in der Region ist. Ebenso ist Schulamt des Kreises Herzogtum Lauenburg, seit 2018 auch das Schulamt der Hansestadt Lübeck, sowie das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein beteiligt, konkret projektunterstützend durch die Freistellung der Projektleitung vom Schuldienst für diese Projektarbeit als Kofinanzierungsbeitrag des Landes, aber auch durch Werbung an den Schulen der Region zur aktiven Mitwirkung an der Unterrichtsarbeit des Projektes. Zu diesen ursprünglichen Partnern kommt Netzwerk von Kooperationspartnern, dass sich im Vorgängerprojekt "ZUGÄNGE SCHAFFEN" formiert hat, vordringlich Experten, die themenspezifisch und aktiv als Multiplikatoren oder (Lehrer-)Fortbildner an der geplanten und regelmäßigen Fortbildungsarbeit für das wachsende Multiplikatorennetzwerk im Projekt mitwirken können und sollen, so das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH), Anne-Frank-Zentrum, "German Desk" von Yad Vashem, Beratungsnetzwerk Rechtsextremismus S.-H., Lehrerfortbildungsinstitut Hamburg, Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA eV.), ufuq.de aus Berlin. Zu einigen bestehen konkrete Kooperationsvereinbarungen aus dem Vorgängerprojekt, die in das neue Projekt so überführt werden sollen.