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STELLENAUSSCHREIBUNG
Der Verein Miteinander leben e.V. sucht zur Unterstützung dieses Bildungsprojektes ab sofort eine/einen kommunikationsfreudige Assistenz mit Hintergrundwissen zum Themenfeld "Antisemitismus" auf Minijob-Basis (450€/mtl) bei 5 Wochstunden.
Das Projekt "ZUGÄNGE ERWEITERN - Bildungsnetzwerk Antisemitismus" verfolgt das Ziel, ein wachsendes Netzwerk von Lehrkräften in Schulen in ganz Schleswig-Holstein aufzubauen, die Interesse haben, praxisorientierten Unterricht und Projekte zu Themen des historischen und gegenwartsbezogenen Antisemitismus an ihren Schulen zu ermöglichen.
Dafür soll an möglichst vielen Schulen im Lande Interesse geweckt werden, auch durch direkte Projektvorstellungen vor Ort durch eine/ einen speziell zum Projekt unterwiesene Assitenz im Sinne einer/ eines Projekt-Multiplikatorin/ Multiplikators.
Das Projekt wird vom wird vom Verein Miteinander leben e.V. in Kooperation mit dem Bildungsministerium des Landes Schleswig-Holstein sowie dem Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein getragen.

Der Tätigkeitsbereich umfasst schwerpunktmäßig folgende Aufgabengebiete:

  • Kontaktaufnahme mit Schulen in Schleswig-Holstein
  • Projektvorstellung in den Lehrerkollegien vor Ort
  • Werbung zur Mitwirkung am Bildungsnetzwerk
  • Vermittlung von Kontaktanfragen an die Projektleitung
  • Unterstützung der Projektleitung bei der Organisation und Durchführung von Fortbildungsangeboten

Ihr Anforderungsprofil:

  • Interesse am und Expertise zum Themenfeld Antissemitismus in historischer wie gegenwartsbezogegnerer Perspektive
  • Hintergrundwissen zu Unterrichtsorganisation in Schulen möglichst erfahrungsbasiert
  • Freude an Kommunikation und zugewandtes, überzeugendes Auftreten
  • Bereitschaft zu Fahrten in Schleswig.Holstein bei Fahrtkostenerstattung gemäß Bundesreisekostengesetz
  • Fahrerlaubnis Klasse B (alt Klasse 3) wäre vorteilhaft.

Der Verein Miteinander leben e.V. unterstützt die Förderung der beruflichen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderungen, die bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt werden. Für das beschriebene Projekt sind auch Bewerbungen von Personen von Interesse, die nach Beendigung ihrer beruflichen Laufbahn, vorzugsweise in einer Bildungseinrichtung, eine weitere Herausforderung suchen.

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben und Sie die erforderlichen Qualifikationen besitzen, so freuen wir uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung (Anschreiben, Lebenslauf, Kopien einschlägiger Abschluss- und Arbeitszeugnisse bzw. Fortbildungsnachweise) bis spätestens zum 28.02.2021 (Tag des Eingangs) an:
Verein Miteinander leben e.V., Bahide-Arslan-Gang, 23879 Mölln
oder per E-Mail an: miteinander.leben@t-online.de



Meet a Jew

Ergebnisbericht 2020

Coronabedingt erst spät im vergangenen Jahr konnte der Verein Miteinander leben e.V. sein neues Projekt „ZUGÄNGE ERWEITERN – Bildungsnetzwerk Antisemitismus“ starten. So verzögerte sich die Auswahl der vertretenden Projektleitung, die für die designierte Projektleiterin Gabriele Hannemann während deren Sabbatical die Projektarbeit bis zum Juni 2021 anleiten soll, beim Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein personalbedingt. Mit Uta Hartwig wurde hier zum November 2020 eine versierte Lehrkraft benannt, die aus Ihrer Tätigkeit beim IQSH über profunde Kenntnisse zum Themenfeld Antisemitismus verfügt und gerade an Kieler Schulen gut vernetzt ist

Durchgeführte Netzwerkarbeit
Auf einem ersten Planungsgespräch, gemeinsam mit Gabriele Hannemann, die das Projekt aktuell ehrenamtlich unterstützt, wurde festgelegt, dass Uta Hartwig ihre Projektarbeit in den kommenden Monaten auf den Einzugsbereich Kiel konzentrieren soll, was die Netzwerk- und Bildungsarbeit im Projekt anbetrifft. Dies erschien auch angesichts der geringen Fahrzeiten und der Tatsache, dass in der Kürze der Projektzeit noch keine Ausschreibung für eine Projektassistenz erfolgen konnte, als beste Vorgehensweise für einen sinnvollen Projektstart.
Die Projektleitung wirkte maßgeblich an der Planung von Online-Fortbildungs-veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem IQSH mit, so bei der Organisation und Durchführung von Fortbildungen und Workshops für Grundschullehrkräfte zu den Themen „Jüdisches Leben“ und „Erinnerungskultur gestalten“. Ebenso im Fokus ihrer Arbeit stand die Beratung und Unterstützung von Lehrkräfte an Grundschulen sowie die Mitgestaltung des an Schulen und andere Bildungsträger gerichteten Bildungsangebots des Vereins.
Weiterhin wurde an der Organisation und Moderation eines Workshops für Sek. I/II zum Thema „Verschwörungserzählungen“ mitgewirkt, einhergehend mit einer Beratung und Unterstützung von Lehrkräften Sek. I/II im Hinblick auf geplante Gedenkstättenfahrten, dem pädagogischen Einsatz von Zeitzeug*innen oder Wanderausstellungen sowie bei der Initiierung von Schulprojekten zum Themenfeld „Antisemitismus“.
Die Projektleitung begann weiterhin mit dem Kontaktaufbau und der Kontaktpflege von Multiplikatoren an Schulen und Jugendeinrichtungen in der Region, aufbauend auf dem bestehenden Netzwerk von Partnerschulen des Vorgängerprojektes, aber auch zu Institutionen außerhalb des Schulsystems, wie etwa zur jüdische Gemeinde Kiel zwecks geneinsamer Veranstaltungsplanung, zum Stadtarchiv Kiel, zur Universität Flensburg, zur Landesfachberatung des IQSH, zur Landeszentrale für politische Bildung oder zum Jüdisches Museum Rendsburg.
Seitens der Projektorganisation wurde zudem Kontakt mit „KiGA – Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus“ in Berlin aufgenommen, mit denen der Projektträger bereits in den vergangenen Jahren immer wieder Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte im Zuge des Projektes „ZUGÄNGE SCHAFFEN“ organisiert hat. Es wurde ausgelotet, ob seitens dieses Bildungsträgers eine Online-Fortbildung zum Thema „Antisemitismus heute“ anbieten könnte. KiGA stellte dies für das Jahr 2021 in Aussicht und sagte zu, ein entsprechendes Exposé zu arbeiten.

Zu den Ergebnissen der Netzwerkarbeit gehört es auch, dass auf Anregung der Gemeinschaftsschule Mölln, seit vielen Jahren Partnerschule des Vereins Miteinander leben e.V. beim diesem Thema, zum Unterrichtszwecke ein Lehrbuch für Kinder ab Klassenstufe 4 im Klassensatz beschafft wurde, das sich altersgerecht mit der Shoa auseinandersetzt.

Schmetterlinge

Gern wäre ich geflogen – wie ein Schmetterling
(Empfehlung: German Speaking Countries Section der Internationale Schule für Holocaust Studien (ISHS) der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem)
Idee und Redaktion: Shulamit Imber, Dr. Noa Mkayton
Zielgruppe: Schüler/innen des 3. und 4. Schuljahres

Zum Konzept der Unterrichtseinheit:
Das Buch handelt von der persönlichen Geschichte von Hannah Gofrith und ihrer Familie. Über das Medium der Familiengeschichte lernt der Leser auf altersgemäße Art und Weise die zentralen Eckpunkte der Geschichte des Holocaust kennen. Das Buch führt dem Leser die elementaren Konzepte und Grundbegriffe des Holocaust vor Augen, zum Beispiel: Kennzeichnung der Juden mit dem gelben Stern, Ghetto, Vertreibung, Aufstand, Versteck, Gerechte unter den Völkern, Tod und Überleben. Diese Konzepte und Begriffe werden im späteren Geschichtsunterricht in vertiefter Weise behandelt. Ziel in dieser Altersgruppe ist es nicht, die Geschichte des Holocaust zu vermitteln, sondern die Schüler mit den elementaren Konzepten, die in der Geschichte Hannah Gofriths enthalten sind, vertraut zu machen. Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt, die die fortlaufende Geschichte von Hannahs Leben erzählen. Jedes Kapitel ist einem eigenen Thema gewidmet. Es ist nicht notwendig, sämtliche Kapitel zu unterrichten, und das Auslassen einzelner Kapitel beeinträchtigt nicht notwendig den kontinuierlichen Erzählfluss. Die Kapitel, die mit der jeweiligen Klasse besprochen werden sollen, sind sorgfältig auszuwählen. Während der gesamten Geschichte begleitet die erwachsene Figur der Hannah den jungen Leser. Auf diese Weise bleiben die Schüler nicht sich selbstüberlassen, wenn sie die furchtbare Geschichte kennenlernen. Das Buch erzählt Hannahs Geschichte vor, während und nach dem Holocaust. Damit werden wir der Überzeugung gerecht, dass wir, um das Ausmaß des Verlustes erfassen zu können, vertraut sein müssen mit jüdischem Leben vor dem Holocaust.

Durchgeführte Unterrichtsangebote
Trotz des späten Projektbeginns konnten parallel zur Netzwerkarbeit auch einige Akzente zur Antisemitismusprävention an Schulen in Einzugsgebiet gesetzt werden. So wurde in der Gemeinschaftsschule Mölln kurzfristig eine Lesung mit dem israelischen Journalisten und Autor Igal Avidan organisiert. Er präsentierte vor rund 40 Schüler*innen zweier 10. Klassen die spannenden Recherchen zu seinem Buch „Mod Helmy – wie ein arabischer Arzt Juden vor der Gestapo rettete“. Avidal führte in seinem Vortrag aus, dass die meisten Menschen in Nazi-Deutschland gleichgültig auf die Judenverfolgung reagierten und viele sogar aktiv daran teilnahmen. Nur 600 von ihnen wurden von Yad Vashem als Judenretter geehrt und ein einziger war ein Araber. Der Arzt Mod (Mohamed) Helmy wurde von den Nationalsozialisten als »Nichtarier« diskriminiert und als Ägypter inhaftiert. Trotzdem half er jahrelang einer jüdischen Familie, sich vor der Gestapo zu verstecken. Mitten in Berlin gelang es ihm sogar mithilfe von Hitlers Intimfreund, dem Mufti von Jerusalem, eine Jüdin als Muslima in Sicherheit zu bringen. Igal Avidan konnte diese besondere Lebensgeschichte anhand von Gesprächsaufzeichnungen mit ehemalige Patienten und Beschreibungen der besuchten der Verstecke für die Schüler*innen sehr lebhaft nachzeichnen. Dies zeigte in der angeregten Diskussion, die sich an seinen Vortrag anschloss und die der Autor abschließend mit der Vergabe einiger Exemplare seines Buches an die besten Fragesteller*innen würdigte. Auch die beteiligten Lehrkräfte zeigten sich von dem ausgewöhnlichen Vortrag Avidals durchweg positiv beeindruckt.

Netzwerkprojekt „ZUGÄNGE ERWEITERN“ fördert erste Bildungsangebote zur Antisemitismusprävention
Journalist und Autor Igal Avidan berichtet Schüler*innen der Möllner Gemeinschaftsschule über den arabischen Arzt und Judenretter Mod Helmy © Verein Miteinander leben e.V.

Teilnehmer Geschlecht Altersstruktur Lehrkraft Migr.hi.
Anzahl männlich weiblich 6-13 14-17 18 >
16 2 14 0 0 15 1 4

Für die Lauenburgischen Gelehrtenschule in Ratzeburg wurde die Präsentation der Ausstellung „Du Jude“ der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ermöglicht. Sie thematisiert die Geschichte und die vielfältigen Gegenwartsphänomene des Antisemitismus und ist gezielt für junge Menschen aufbereitet. Rund 150 Schüler*innen nutzten die Möglichkeiten, sich an den insgesamt 21 mobilen Stelltafeln über aktuelle Formen der Judenfeindschaft zu informieren. Zahlreiche Beispiele, unter anderem aus den Bereichen Musik, Sport, Internet und natürlich Schule, machten dies plakativ erfahrbar. Dabei wurden auch die Perspektiven und alltäglichen Erfahrungen von Jüdinnen und Juden sowie die Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland sichtbar gemacht. Seitens der Schulleitung wurde die Konzeption der Ausstellung, die vielerlei Zugänge zur Diskussion über Antisemitismus mit den Schüler*innen ermöglichte, sehr gelobt.

Netzwerkprojekt „ZUGÄNGE ERWEITERN“ fördert erste Bildungsangebote zur Antisemitismusprävention
Ausstellung „Du Jude - Alltäglicher Antisemitismus in Deutschland“ in der Lauenburgischen Gelehrtenschule Ratzeburg © Verein Miteinander leben e.V.

Teilnehmer Geschlecht Altersstruktur Lehrkraft Migr.hi.
Anzahl männlich weiblich 6-13 14-17 18 >
160 80 80 0 150 15 10 15

Projektorganisation
Die Projektorganisation bereitete parallel eine Stellenausschreibung für die angedachte Projektassistenz vor, die auf Minijobbasis die geplante Netzwerkarbeit unterstützen soll. Die Ausschreibung soll im Laufe des Januar 2021 veröffentlich werde, mit dem Ziel einer Besetzung bis Ende Februar 2021.

Als weiterer wichtiger Baustein der Netzwerkarbeit wurde seitens der Projektorganisation die Einrichtung einer Projektwebseite, auf der die Idee eines schulischen Bildungsnetzwerkes Antisemitismus vorgestellt und über dessen Arbeit berichtet wird. Diese Arbeiten konnten bis zum Jahreswechsel abgeschlossen werden. Diese Webseite ist seit Jahresbeginn 2021 online.

Für den Verein Miteinander leben e.V. war es trotz all der Schwierigkeiten mit den Coronaeinschränkungen eine positive Bilanz des Projektstarts, vor allem beispielsgebend dafür, was in den kommenden fünf Jahren im gesamten Schleswig-Holstein erwachsen soll, ein Bildungsnetzwerk Antisemitismus, das an vielen Schulen im Land Bildungsangebote zur Antisemitismusprävention umsetzt.

Netzwerkprojekt „ZUGÄNGE ERWEITERN“ fördert erste Bildungsangebote zur Antisemitismusprävention

Coronabedingt erst spät im vergangenen Jahr konnte der Verein Miteinander leben e.V. sein neues Projekt „ZUGÄNGE ERWEITERN – Bildungsnetzwerk Antisemitismus“ starten und doch gleich einige Akzente zur Antisemitismusprävention an Schulen in der Region setzen. So wurde in der Gemeinschaftsschule Mölln, seit vielen Jahren Partnerschule des Vereins Miteinander leben e.V. beim diesem Thema, kurzfristig eine Lesung mit dem israelischen Journalisten und Autor Igal Avidan organisiert. Er präsentierte vor rund 40 Schüler*innen zweier 10. Klassen die spannenden Recherchen zu seinem Buch „Mod Helmy – wie ein arabischer Arzt Juden vor der Gestapo rettete“. Avidal führte in seinem Vortrag aus, dass die meisten Menschen in Nazi-Deutschland gleichgültig auf die Judenverfolgung reagierten und viele sogar aktiv daran teilnahmen. Nur 600 von ihnen wurden von Yad Vashem als Judenretter geehrt und ein einziger war ein Araber. Der Arzt Mod (Mohamed) Helmy wurde von den Nationalsozialisten als »Nichtarier« diskriminiert und als Ägypter inhaftiert. Trotzdem half er jahrelang einer jüdischen Familie, sich vor der Gestapo zu verstecken. Mitten in Berlin gelang es ihm sogar mithilfe von Hitlers Intimfreund, dem Mufti von Jerusalem, eine Jüdin als Muslima in Sicherheit zu bringen. Igal Avidan konnte diese besondere Lebensgeschichte anhand von Gesprächsaufzeichnungen mit ehemalige Patienten und Beschreibungen der besuchten der Verstecke für die Schüler*innen sehr lebhaft nachzeichnen. Dies zeigte in der angeregten Diskussion, die sich an seinen Vortrag anschloss und die der Autor abschließend mit der Vergabe einiger Exemplare seines Buches an die besten Fragesteller*innen würdigte. Auch die beteiligten Lehrkräfte zeigten sich von dem ausgewöhnlichen Vortrag Avidals durchweg positiv beeindruckt.

Netzwerkprojekt „ZUGÄNGE ERWEITERN“ fördert erste Bildungsangebote zur Antisemitismusprävention

Journalist und Autor Igal Avidan berichtet Schüler*innen der Möllner Gemeinschaftsschule über den arabischen Arzt und Judenretter Mod Helmy © Verein Miteinander leben e.V.

Für die Lauenburgischen Gelehrtenschule in Ratzeburg wurde die Präsentation der Ausstellung „Du Jude“ der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ermöglicht. Sie thematisiert die Geschichte und die vielfältigen Gegenwartsphänomene des Antisemitismus und ist gezielt für junge Menschen aufbereitet. Rund 150 Schüler*innen nutzten die Möglichkeiten, sich an den insgesamt 21 mobilen Stelltafeln über aktuelle Formen der Judenfeindschaft zu informieren. Zahlreiche Beispiele, unter anderem aus den Bereichen Musik, Sport, Internet und natürlich Schule, machten dies plakativ erfahrbar. Dabei wurden auch die Perspektiven und alltäglichen Erfahrungen von Jüdinnen und Juden sowie die Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland sichtbar gemacht. Seitens der Schulleitung wurde die Konzeption der Ausstellung, die vielerlei Zugänge zur Diskussion über Antisemitismus mit den Schüler*innen ermöglichte, sehr gelobt.

Netzwerkprojekt „ZUGÄNGE ERWEITERN“ fördert erste Bildungsangebote zur Antisemitismusprävention

Ausstellung „Du Jude - Alltäglicher Antisemitismus in Deutschland“ in der Lauenburgischen Gelehrtenschule Ratzeburg © Verein Miteinander leben e.V.

Für den Verein Miteinander leben e.V. war es trotz all der Schwierigkeiten mit den Coronaeinschränkungen eine positive Bilanz des Projektstarts, vor allem beispielsgebend dafür, was in den kommenden fünf Jahren im gesamten Schleswig-Holstein erwachsen soll, ein Bildungsnetzwerk Antisemitismus, das an vielen Schulen im Land Bildungsangebote zur Antisemitismusprävention umsetzt.

Veranstaltungsreihe zu jüdischem Leben und Antisemitismus erfuhr viel Zuspruch

„Was weißt Du von jüdischem Leben und Antisemitismus heute?” - Unter dieser Fragestellung hatten sich der Verein Miteinander leben e.V., die Liberalen Jüdischen Gemeinde Lübeck und die Volkshochschule Ratzeburg im Frühjahr zusammengefunden, um im Jahresverlauf 2020 gemeinsam ein attraktives Programm aus Vorträgen, Exkursionen und Kulturveranstaltungen in Ratzeburg zu organisieren, das neugierig machen, informieren und sensibilisieren sollte. Die Corona-Pandemie durchkreuzte die ersten Planungen, konnte die Organisatoren letztlich aber nicht entmutigen. Im Herbst bot sich schließlich doch die Möglichkeit, unter Einschränkungen zwei musikalische Lesungen, eine Ausstellung sowie ein Vortragsabend zu veranstalten, mit jeweils großer Resonanz und öffentlichem Zuspruch.

Die Ausstellung Du Jude der Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Die Ausstellung »Du Jude« der Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit war in der Stadtbücherei und der Lauenburgischen Gelehrtenschule zu sehen © Verein Miteinander leben e.V.

Zusammen mit dem Ensemble vom "Theater im Stall" und Musiker Peter Köhler wurde im September eine musikalische Lesung „Adressat unbekannt“ nach dem Roman von Kressmann Taylor, coronabedingt an zwei Abenden, im Ratssaal des Ratzeburger Rathaus präsentiert. Nachfolgend wurde in der Stadtbücherei die Ausstellung „Du Jude“ der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit gezeigt, die die Geschichte und die vielfältigen Gegenwartsphänomene des Antisemitismus thematisiert. Die Ausstellung wanderte anschließend für weitere 14 Tage in die Lauenburgische Gelehrtenschule für schulinternen Unterricht. Das Programm beschließen konnte Journalist und Autor Igal Avidan im November mit einem Vortrag zu und aus seinem Buch „Mod Helmy – wie ein arabischer Arzt Juden vor der Gestapo rettete“.

Die Ausstellung Du Jude der Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Lesung aus »Empfänger unbekannt« mit Maren Colell (vl.) und Angela Bertram vom "Theater im Stall", musikalisch begleitet durch Peter Köhler im Ratzeburger Ratssaal © Verein Miteinander leben e.V.

Die Ausstellung Du Jude der Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Igal Avidan berichtet zu den Recherchen für sein Buch »Mod Helmy - wie ein arabischer Arzt Juden vor der Gestapo rettete« © Verein Miteinander leben e.V.

Aus Sicht der drei Veranstalter konnte die Programmreihe die selbst gesteckten Ziele trotz Corona voll erfüllen, sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich des guten Zuspruchs durch ein interessiertes Publikum. Insgesamt haben rund 850 Besucher*innen und rund 150 Schüler*innen die Veranstaltungsangebote angenommen. Es sind darüber hinaus bereits weitere Veranstaltungsideen in diesem bewährten Kooperationsgefüge entstanden, gerade mit Blick auf die bundesweite Gedenkveranstaltungsreihe ”1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland” im kommenden Jahr.

Die Veranstaltungsreihe wurde gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen mit Mitteln aus dem Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.